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Geflohen aus dem Hexenverlies 

Als Køge zu Beginn des 17. Jahrhunderts von der Angst vor Hexerei ergriffen wurde, wurden sechzehn Frauen angeklagt. Zwei der Angeklagten begingen vor dem Scheiterhaufen Selbstmord, und eine einzige hatte das Glück zu fliehen, und überlebte. Diese Frau war Voldborg Bødkers, eine ganz gewöhnliche Frau in einer unruhigen Zeit. Gerüchte über Zauberei reichten aus, um sie in den Mittelpunkt eines Verfahrens zu stellen, in dem selbst Zweifel tödlich sein konnten.

Von Voldborg Bødkers sind die meisten Zeugenaussagen überliefert. Doch sie war auch die einzige der in den Jahren 1612–13 wegen Hexerei angeklagten Frauen, die überlebte. Sie floh nämlich aus dem Troldkællingehullet, dem Hexenverlies.

Mutig und stark

Voldborg war eine Persönlichkeit, aufbrausend und scharf, manchmal sogar drohend. Sie führte ihre eigene Böttcherei und war die begabteste der fünf im Bartskær‑Fall angeklagten Frauen, aber auch die schlechteste darin, Frieden mit ihren Nachbarn zu halten und Neid zu vermeiden.

Vielleicht war es gerade ihr starker Charakter, der sie mutig und klug genug machte, um zu fliehen. Als die Flammen für die anderen Frauen entzündet wurden, war Voldborg bereits verschwunden — fort aus der Stadt, aus aller Gnade, aber am Leben. Sie verschwand aus Køge und aus der Geschichte. Niemand weiß, wohin sie ging, nur dass sie die Einzige war, die überlebte.

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