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Vier Jahre lang heimgesucht 

Im Jahr 1608 begann es im Haus an der Ecke des Køge Torv, das der Familie Bartskær gehörte, zu spuken. Die Familie hörte plötzlich Hühner gackern – obwohl sie gar keine besaßen. Zwei der Kinder wurden krank, ein drittes bekam Krämpfe, und der Hausherr fühlte sich, als würde er von einem großen, schweren Sack erdrückt, sobald er sich schlafen legte. 

Eines Tages geriet Hans mit einer Frau aus der Stadt, Johanne Thomesis, in Streit. Schon bald waren Hans und seine Frau Anna überzeugt, dass Johanne an all ihrem Unglück schuld sei. Im Jahr 1612 beschuldigten sie Johanne der Hexerei und dafür, den Teufel in ihr Haus gebracht zu haben.

Hexenprozesse - Feuer und Flamme 

Die zahlreichen Hexenprozesse wurden später als Køge Huskors bekannt, benannt nach dem handschriftlichen Bericht, den Anna Bartskær hinterließ. Johanne war die erste der verurteilten Frauen, die in das Verlies unter dem Køge Rathaus geworfen wurde, das später als Troldkonekælderen (Hexenkeller) bekannt wurde. Das hatte weitreichende Folgen. Sobald eine Frau beschuldigt und verurteilt war, war es nämlich erlaubt, Folter anzuwenden, um sie zur Nennung von Mitangeklagten zu zwingen.

Gleichzeitig war es eine Zeit, in der König Christian IV. entschieden daran arbeitete, sein Reich von Hexen und Zauberern zu säubern. Wurde man der Zauberei schuldig gesprochen, lautete die Strafe „Feuer und Flamme“, und von 1612 bis 1615 wurden insgesamt 16 Frauen in Køge der Hexerei beschuldigt – der größte Hexenprozess in der dänischen Geschichte. Die Gedenktafel zur Erinnerung an das Drama wurde 1911 im Zusammenhang mit der Einweihung des Køge Museums angebracht – eine düstere Mahnung daran, was Angst mit einer Gesellschaft anrichten kann.

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